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Projektrisikomanagement

Natürlich verstehen wir unter Projektrisiken nicht technische oder unternehmerische Risiken, wie z.B. Datensicherheit oder Budgetüberzug. Das sind vorhersehbare Risiken, die immer bestehen und zu denen Standardvermeidungstaktiken existieren. Wir sprechen vielmehr von operativen Risiken, die zu nicht vorhersehbaren Ereignissen führen können. Während Risikomanagement wohl immer nach demselben Prozedere durchgeführt wird: Risikoidentifikation Risikoanalyse Risikobewältigungsplanung Risikoüberwachung und -abwehr, muss vor allem grösste Sorgfalt auf die Risikoidentifikation gelegt werden, denn man kann nur das analysieren und bewältigen, was man weiss und kennt. Aber wie verhindert man, dass nur diejenigen Risiken identifiziert werden, die man auch bewältigen kann und andere mittels selektiver Wahrnehmung ausgeblendet werden? Auch ein ganzes Team kann selektiver Wahrnehmung unterliegen. 

Risikomanagement ist eng verbunden mit Lessons Learned. Es gibt kein Risikomanagement ohne Lessons Learned! Fussangeln, Stolpersteine und Probleme im aktuellen und in früheren Projekten werden gesammelt und als Risiken wieder neu bewertet. Das ist ein laufender Prozess, der unbedingt durchgeführt werden muss, entgegen jeglichem Termindruck und Reparaturdienstverhalten.

  
Hilfreich ist in jedemfall externe Begleitung. Diese ermutigt zur Kontinuität, verhindert selektive Wahrnehmung und bringt Risiken rein, die die Projektmitarbeiter nicht gesehen hätten. Wichtige Risikofaktoren sind z.B.

- Produktecharakteristiken.
- Auftreten von prozessualen Verzögerungen und Wahrnehmungsverzögerungen.
- Changemanagementkultur im projektführenden Unternehmen (z.B. Verbindlichkeit formeller und informeller Entscheidungen).
- Stakeholderanalyse (z.B. Einfluss des Sales).
- Rating von Aufmerksamkeit und Sorgfalt, etc.