Lindenstrasse 20, Postfach 17, 8302 Kloten | Fix: 044 803 09 85 | Mobile: 079 401 70 58

Analyse und Modellierung dynamischer Entwicklungen

Dynamische Entwicklungen 

Dynamische Entwicklungen sind Zeitstrukturen. Interessanterweise ist der Mensch zwar fähig, Raum- oder Informationsstrukturen zu erfassen, aber mit Zeitstrukturen hat sein kognitiver Apparat seine liebe Mühe. In einer Studie haben Forscher um Gal Zaubermann von der Universität von North Carolina 2005 herausgefunden, dass Menschen mit ihrem Geld realistischer umgehen als mit ihrer Zeit. Gerade vielbeschäftigte Menschen neigen dazu, ihr zukünftiges Zeitbudget optimistischer anzusehen, als es angemessen wäre. Dadurch planen sie zu viele Termine ein ("Zeit ist nicht immer Geld"). Das passiert ja typischerweise beim Planen von Projekten. Je mehr der Projektleiter unter Druck gerät  also je vielbeschäftigter er ist desto mehr Planungsfehler unterlaufen ihm aufgrund zeitlicher Fehleinschätzungen.

Wir unterscheiden zwischen allgemeinen und wahrnehmungsbezogenen Verzögerungen erster, zweiter und dritter Ordnung. Ein Projektleiter muss wissen, wie diese wirken. Herkömmliche Projektmanagementausbildungen verschweigen derart wichtige  Aspekte jeglicher Projektdynamik.

 

Modelle

Wir nehmen die Welt ausschliesslich durch Modelle wahr. Unsere Wohnung oder unser Büro, unsere Partner und Mitmenschen, unsere Umwelt, von allem entwickeln wir mentale Modelle. Es ist nie möglich, einen Menschen oder eine Situation in jedem Detail wahrzunehmen. Zu einem Menschen sagt man: "Jetzt kenne ich Dich schon besser" oder "Seit 20 Jahren sind wir verheratet und Du überraschst mich immer wieder". Man meint damit, dass man seine mentalen Modelle ständig anpasst und verfeinert, aber nie komplettieren kann. Auch die Planung und Durchführung von Projekten beruht auf solchen Modellen. Sind die Modelle falsch oder widersprüchlich, so resultiert daraus ein schwieriges Projekt mit erodierten Margen, wenn nicht sogar Verlusten. Es ist daher wichtig, dass man seine mentalen Modelle überdenkt und formalisiert. Es gibt verschiedene Methoden, um seine mentalen Modelle in formale Modelle zu übersetzen. Eine davon heisst "System Dynamics".

 

Seminarien:

Dieses Seminar führt in die formale Modellbildung ein. In einem allgemeinen Teil studieren wir systemdynamische Grundelemente, wie Verzögerungen, Aging Chains, Coflows, Floating Goals, etc. Im zweiten Teil lernen wir, wie sich projektspezifische Situationen systemdynamisch darstellen lassen und wie man mit System Dynamics Projektmodelle macht. Wir schauen uns auch die in der Literatur geläufigen Projektmodelle an und prüfen sie auf Brauchbarkeit bezüglich unseren eigenen Projekterfahrungen. Schliesslich diskutieren wir die Resultate der Modellsimulationen und vergleichen sie mit der Praxis.

Das Seminar benötigt mindestens 15, idealerweise aber 35 Lektionen. Es kann den Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst werden.