Dulden Sie in Projekten keine Hinterlist!

Vielleicht sollte ich noch etwas zu Axelrods Vorschläge für erfolgreiches Handeln sagen, insbesondere zum Punkt „Provozierbarkeit“, den ich mit „Sie rächen sich sofort“ beschrieben habe. Ich spiele das Gafangenendilemma oft mit Studenten, indem ich vier Vierergruppen mache und diese 10 Runden spielen lasse. Eine Runde besteht darin, dass sich die Gruppe zwischen blau (Kooperation) und Rot (Defektion) entscheidet. Ich gehe von Gruppe zu Gruppe und sammle die Entscheidungen kommentarlos auf. Wenn ich alle vier Entscheidungen habe, rechne ich gemäss folgender Tabelle die Auszahlungen für jede Gruppe aus und gebe sie den Gruppen bekannt. Dann beginnt die nächste Runde. So einfach […]

Ist Gier rational?

Selbstorganisation in kleinen Systemen In meinen Ausführungen Was ist falsch an den modernen Ansätzen? beschrieb ich Beispiele aus der Chaosforschung (Theorie dynamischer Systeme). Der Wasserstrahl, die Bénardzellen, eine Stadt, all das sind Systeme mit sehr vielen Einzelteilchen oder Individuen. Flüssigkeiten bestehen ohnehin aus so vielen Molekülen, dass man das System ohne weiteres als Kontinuum betrachten kann. Eine richtige Stadt vereinigt immerhin ein paar hundert Tausend, wenn nicht ein paar Millionen Menschen. Aber was, wenn unsere Systeme klein sind? Projektsysteme – die beiden Projektteams des Lieferanten und des Kunden sowie die paar weiteren Stakeholders, wie Verkäufer des Lieferanten, Einkäufer des Kunden, […]

Was ist falsch an den modernen Ansätzen?

Die Planung eines Projekts oder die Führung einer Unternehmung ist der Versuch, die zeitliche Entwicklung eines komplexen Systems durch Intervention nach unseren Vorstellungen zu beeinflussen. Die zeitliche Entwicklung eines komplexen Systems läuft aber immer auf eine räumliche und organisatorische Strukturierung hinaus, die dem System erlaubt, die einwirkenden Kräfte am besten zu verteilen. Das ist ziemlich hemdsärmlig ausgedrückt und tönt sehr statisch. Tatsache ist aber, dass die Kräfte in der Hauptsache von Material-, Energie- und Informationsflüssen herrühren, die das System durchströmen und dissipiert, d.h. verbraucht und entwertet werden. Das System lebt von diesen Flüssen und erhält seine Struktur damit. Das beste […]

Ein Anforderungsmodell in Migrations- und Integrationsprojekten

Wenn wir Bedürfnisse als „inhaltliches Verständnis der Funktionen“ begreifen, dann können wir in Migrations- und Integrationsprojekten einen kooperativen Prozess des Bewusstwerdens der Anforderungen beobachten, der drei Dimensionen hat: Inhaltsdimension: u(pi,fj) ist der Grad des inhaltlichen Verständnisses für die Funktion fj bei dem Stakeholder pi. u ist ein Skalarfeld. Dokumentationsdimension: d ist der Grad der Dokumentation aller Funktionen fj, für die u(p,fj)>0 für mindestens einen Stakeholder p. Dimension der Tests: C ist die Anzahl der Testfälle, die nicht erfolgreich durchgeführt werden konnten („conditional passed“ oder „failed“), also (Total durchgeführte Testfälle Ctot – erfolgreich durchgeführte Testfälle Cpassed). Ein Testfall ist ein Run […]