Wieviel muss ein (Projekt-)Manager wissen?

Monika Setzwein führt den bemerkenswerten Blog Open Loops mit knappen aber immer interessanten Beiträgen. Am 15. März schrieb sie über eine wichtige Fähigkeit von Projektleiter und Projektleiterinnen: Politisch zu denken und systemisch zu handeln1. Frau Setzwein schreibt, dass sich politisches Denken voraussetzt zu wissen welche Anspruchsgruppen es gibt und ihre Interessen zu kennen wie sich die Dynamik der Machtmittel der jeweiligen Gruppen auf den Projekterfolg auswirkt welche Abhangigkeits- und Wechselwirkungsverhältnisse bestehen welche formalen und technischen Rahmenbedingungen gelten Zusätzlich sollte eine Projektleiterin oder ein Projektleiter wissen, wie sich Konflikte entwickeln, wie sie bewältigt werden können und wie soziale Regeln zu gestalten […]

Personen gesucht, die Geld haben und Gewicht auf langfristige Entwicklungen legen

Zu den Themen Entscheiden und Unwissen habe ich gerade eine interessante Dokumentation auf dem Discovery Channel gesehen. Dass der Aralsee langsam austrocknet und es dort nichts zum Lachen gibt, davon haben wir alle schon mal gehört. Aber den wenigsten in unseren Breitengraden ist das Ausmass der wohl grössten, durch den Menschen verursachten Umweltkatastrophe so richtig bewusst. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Aralsee ein fischreiches Gewässer, das jährlich hunderte Tonnen besten Fischs lieferte. Da der See allerdings in einer wüstenartigen Gegend lag, war sonst nicht viel zu holen. In den schwierigen Nachkriegszeiten begannen die Leute, die Wüste in grösserem Stil […]

Zu Projektbeginn steht Nichtwissen

Das Integral-Blog von Andreas Zeuch über Intuition und Nichtwissen im Management beflügelt mich zum Mitdenken. Im Artikel Ein Fall von Nichtwissen (6): Kostenexplosion bei der Elbphilharmonie vom 3. Februar 2010 schildert Andreas Zeuch eindrücklich, wie ein noch laufendes Hamburger Bauprojekt die geplanten Kosten und Termine weit überziehen wird (statt 186 Mio Euro wird der Bau 400 – 500 Mio Euro kosten)1. Dasselbe ist ja auch von der Oper Sydney bekannt und gilt – wie Zeuch richtig feststellt – für die meisten Infrastruktur- und Grossprojekte. Projektfachleute, die mit Zertifizierungen viel Geld verdienen, lullen uns zwar mit ihren Beschwörungen ein, (terminliche und […]

Wann ist ein Projekt ein Projekt?

Eines der besten PM-Blogs ist eben das pm-blog von Stefan Hagen1. Würden wir uns zum Bier treffen, dann würden unsere Diskussionen wohl sehr lang und erst ab einem gewissen Ethanolbestand verlangsamt und unterbrochen werden. Sein neuster Artikel „Wann ist ein Projekt ein Projekt?“ fokussiert meine Aufmerksamkeit auf der Stelle (Danke, Herr Hagen, es ist erst 7 Uhr morgens). Das Thema hatte ich hier ja auch schon, und in Herrn Hagens Terminologie gehöre ich zu denjenigen, die an Projektitis leiden. Aber es tut gar nicht weh. Immerhin möchte ich darauf hinweisen, dass Bauunternehmer, Fensterbauer, Telekommunikations- und IT-Firmen und viele andere mehr […]

Projektdynamik – Komplexität im Alltag

Beachten Sie die Neuerscheinung Addor, P.: Projektdynamik – Komplexität im Alltag. Reinhold Liebig Verlag, Frauenfeld 2010. ISBN 978-9523545-6-8 Das Buch hat 341 Seiten und kostet Fr. 48.50 exkl. Porto und MwSt. Es geht um Themen wie „Entscheidungspsychologie in intransparenten Situationen“,  „Komplexitätsmanagement“, „systemisch-evolutionäres Projektmanagement“ Einsicht in Inhaltsverzeichnis und Index bietet: https://www.anchor.ch/Projektdynamik Klappentext: Das Buch Projektdynamik – Komplexität im Alltag richtet sich nicht nur an Projektmanager und Unternehmensleiter, sondern an alle diejenigen, die in Unternehmen, Projekten, aber auch zu hause in der Familie, in Vereinen oder bei ehrenamtlichen Tätigkeiten mit Unüberschaubarkeit und Unvorhersehbarkeit kämpfen. Während unser Gehirn immer noch gleich funktioniert, wie […]

DENK-räume in turbulenten Projekten

Ich verwende für einmal die KaGa-Technik von Frau Birkenbihl1. Klicken Sie zum Vergrössern auf die Grafik! Projektbeginn: Zieldefinition (aber nicht zu exakt, denn Sie können in den Turbulenzen sowieso keine Punktlandung machen2; und es schadet nichts, wenn Sie am Schluss noch ein paar Meter zu Fuss gehen müssen….). Projektinitialisierung: Ressourcenallokation und Planung gemäss klassischem Projektmanagement. Dann geht’s los. Viele Pfade reissen Sie in den Zielraum. Ob Sie auf dem einen oder dem anderen „in die Tiefe stürzen“, hängt vor allem von der Projektinitialisierung ab. Kontingenzen bedeuten, dass das es viele mögliche Projekte geben kann. Sie können im Voraus nicht wissen, […]

Die zehn wichtigsten Regeln im Umgang mit Komplexität

1. Komplexität ist von Kompliziertheit zu unterscheiden. Es ist die Unbestimmtheit, die Sie als komplex bezeichnen. Komplexität beruht hingegen auf Einfachheit. Nachdenken reduziert Unbestimmtheit. 2. Je mehr Sie wissen, desto besser verstehen Sie Komplexität. Fragen Sie im Studium oder in Ausbildungen nicht nach dem Wert einer Theorie. Lernen Sie die komplexen Strukturen Ihrer Umgebung kennen! Strukturen, die uns nicht bewusst sind, halten uns gefangen1 3. Sie selber müssen über mehr Komplexität verfügen, als dass Sie in Ihrer Umgebung antreffen, um diese zu begreifen. (In Anlehnung an „Ashbys Law“) 4. Komplexität darf und soll nicht reduziert werden. Das Gehirn ist ein […]