Ein Tag aus dem Leben eines Taugenichts oder die Leute von Sri Lanka

Es ist sechs Uhr früh und noch stockdunkel. Vom nahen Kloster dringen die monotonen Gebetsgesänge der buddhistischen Priester in meine Ohren. Für mich ist es die reinste Kakophonie. Und bestimmt kommt das Geräusch bloss von einem Tonträger, wie auch die Muhezingesänge der Moscheen. Ich drehe mich im Bett um und versuche, das Gebrumme zu ignorieren, indem ich über den hiesigen Buddhismus nachdenke. Er soll eine Religion der Vernunft sein, die dem Aberglaube entsagt und mit den Erkenntnissen der Wissenschaft konform ist. Vernunft gegen Aberglauben Mir scheinen die Leute hier nicht vernünftiger als anderswo. Ich meine das durchaus wohlwollend. Die Sri […]

Mit Ali Baba, Santiago, Tim und Struppi durch Marokko

Bevor wir wieder heim nach Sri Lanka gehen, machten wir einen Abstecher nach Marokko. Dort haben wir zwei Freunde, denen wir schon lange versprachen, sie einmal zu besuchen. Und da uns die Wüste magisch anzieht, fiel es uns nicht schwer, uns für Marokko zu entscheiden. Die nordafrikanische Küste ist ja gegenüber von Italien. Wir denken, dass sie bei klarem Wetter zu sehen sein sollte. Bei Gibraltar sollte man ja so quasi hinüberschwimmen können und bis Gibraltar ist es auch nicht weit, ist Spanien doch ein Nachbar von Italien. Dies zumindest in der Vorstellung zweier Schweizer, die an kleine Distanzen gewohnt […]

Rentnerlernen

Ich habe den Eindruck, noch nie in meinem Leben so intensiv gelernt und derart unmittelbar dieses Lernen wahrgenommen zu haben, wie in der jetztigen Lebensphase. Das kann verschiedene Gründe haben: einerseits habe ich endlich (wieder) Zeit zum Lernen und werde nicht ständig fremdbestimmt zum Weitergehen gedrängt. Andererseits bin ich in den letzten zehn Jahren immer mehr in eine Bildungs- und Lerncommunity hineingewachsen und reagiere deshalb sensibel auf Lernprozesse, wie ich sie bei mir beobachte. Bulimielernen versus trial-and-error-Lernen Zwei Lernarten beobachte ich: einerseits das „Schullernen“ (auch schon mal „Bulimielernen“ genannt), wo es darum geht sich hinzusetzen und z.B. eine Stunde lang […]

Veränderungen lernen

Ende 2016 wollten wir von Bangkok nach Penang, von Thailand nach Malaysia, umziehen. Wir nahmen uns dafür knapp 3 Wochen Zeit, blieben in Phuket eine Woche, setzten den Weg via sechs Inseln in der Andammanensee fort und blieben auf jeder Insel je zwei Tage. Damit mussten wir durchschnittlich alle drei Tage eine neue Unterkunft beziehen, in einem anderen Bett schlafen, verschiedene sanitäre Einrichtungen bedienen und uns an gegebene Essgelegenheiten anpassen.   Die Veränderung wird zur Gewohnheit Wir stiegen natürlich – wie immer – in AirBnB ab und da weiss man nie so recht, was man antrifft. Jede Ankunft enthält Unsicherheiten. […]

Zu Hause in Sri Lanka

Barbaras Beiträge haben das echte Datum, während ich alle meine Beiträge vor den Beginn von Barbaras Tagebuch vordatiert habe. So bleibt die historische Reihenfolge bestehen. Mit diesem Beitrag übernehme ich wieder die Berichterstattung. Ich möchte erzählen, wie wir uns in unserem neuen Haus im Februar und März 2019 einlebten. Der (verschleppte) Einzug Während des Baus wohnten wir im Haus von Dimuthu und Wasana, während sie sich in ihr Elternhaus zurück zogen. So etwas geht da ziemlich unkompliziert. Jeden Tag wanderte Barbara von Dimuthus Haus durch den Urwald zur Baustelle und musste dabei einen Fluss überqueren. Danach ging der Arbeitsweg weiter […]

Grundsteinlegung

In Sri Lanka waren wir bereits ein Jahr zuvor, für etwa drei Monate. Jetzt sind wir wieder da und suchen eine Gelegenheit, um ein Haus zu bauen. Wir wohnten in einem AirBnB nahe Tangalle. Der Landlord, Rashika, hat dort ein typisch Sri Lankisches Haus, das er auf AirBnB anbietet. Das Haus liegt in einem Aussenquartier von Tangalle. Wir mussten etwa 10-15 Minuten laufen, um den Food City in Tangalle zu erreichen. Das Haus hat mehrere Räume: einen Eingangsbereich, ein Wohnzimmer, eine Küche, zwei Schlafzimmer mit Bad, einen Dienstraum für die Waschmaschine. Dann gab es noch das Buddha-Zimmer. Das war eine […]

Die Leute in Vietnam

In Vietnam besuchten wir meinen Sohn, Philippe, der dort als Digitaler Nomade unterwegs war, nachdem er vorher zwei Jahre in Shanghai für eine Schweizer Firma arbeitete. Eigentlich besuchten wir immer Familienangehörige, in Alaska, in Hawaii und jetzt, in Vietnam. Vietnam gefällt mir besonders gut, ohne genau erklären zu können, weshalb. Ich habe einfach eine Vorliebe für diesen Menschenschlag. Und so will ich denn hier mehr über die Leute in Vietnam berichten, als über das Land, das ebenso grossartig und vielfältig ist, wie viele andere Ecken der Erde auch. Verkehr Das erste, was in Vietnams Städten auffällt, sind die vielen Motorräder […]

Vulkane

Unser Ziel war von Anfang an Sri Lanka, das wir ja zu unserem Winterquartier machen wollten. Von Los Angeles aus mussten wir also westwärts ziehen. Der Sprung ist aber gerade etwas gross. In Hawaii hat Barbara eine alte Tante, Reeta, die sie gerne wieder einmal treffen möchte. Das gibt einen willkommenen Zwischenhalt. Honolulu Honolulu ist eine moderne, aber typisch amerikanische Grossstadt. Mit „typisch amerikanisch“ meine ich, dass die Bauweise im allgemeinen etwas improvisierter ist, als in Europa. Beispielsweise sind die Wohnhäuser an der Peripherie hauptsächlich aus Holzbretter gebaut, oft wenig oder gar nicht unterkellert und der bilderbuchtypische Wildweststil lässt grüssen. […]

Wüsten

Von Alaska sind wir zu Schiff und Eisenbahn bis nach LA gefahren und haben dort ein Auto gemietet, um damit den Rundtörn zu befahren: LA Sequoia Forest Death Valley Las Vegas Mojave Desert Joshua Tree Desert LA Diese Tour möchte ich nicht missen! Das war sehr eindrücklich. Von manchem, das ich hier gesehen habe, habe ich vor 40 Jahren in der Schule gehört, was in mir Fernweh erzeugt hat. Und jetzt war ich endlich da. Sequoia Forest Wie wir uns so dem Wald näherten, fiel uns nichts anderes auf. Es war wie in einem Lärchenwald im Kanton Graubünden. Und dafür […]

Alaska

An einem der ersten Tage in Alaska hat Barbaras Bruder Martin erklärt, dass wir einen Ausflug machen werden. Dazu sei der Anhänger mit dem massiven Stahlboot an den Pickup Truck an anzuschliessen. Gesagt, getan. Es wurden dann viele Ess- und andere Kisten eingeladen und „man“ wurde dazu angehalten, warme Kleidung einzupacken. Na, da waren wir aber gespannt! Der Knik Gletscher Dann ging’s los. Die Fahrt dauerte nur etwa eine halbe Stunde. In der Nähe einer Brücke über den Knik River bogen wir von der Strasse ab und gelangten an’s Flussufer. Dort liess Martin das Boot zu Wasser und parkte den […]