Die Komplexität der Arbeitswelt nimmt zu

Gestern ging der MOOC über Arbeit 4.0 zu Ende.  Er dauerte bloss eine Woche. Jeden Tag gab es mindestens ein Frühstücksvideo, ein Video zum Mittagssnack, eines zum Nachmittagstee und eines mit ausführlichen Interviews. Alles in allem konnte man sich täglich mit den Videos 90 – 120 Minuten beschäftigen. Ich muss schon fast sagen: «leider» waren diese Videos derart interessant, dass es mir schwerfiel, eine Auswahl zu treffen. Am spannendsten waren aber die Mittags- und Frühstücksvideos, die von Anja C. Wagner, alias FrolleinFlow, sympathisch und professionell moderiert und präsentiert wurden. Arbeit 2.0 oder 4.0? Was ist mit «Arbeit 4.0» gemeint? Heute […]

Kompetenzen sind verschachtelt

Wir stehen kurz vor einer Kompetenzkatastrophe, wenn wir John Erpenbeck und Werner Sauter Glauben schenken wollen, die in Ihrem Buch «Stoppt die Kompetenzkatastrophe» behaupten, dass «das Wissensweitergabe- und Wissensbeurteilungssystem unerschütterlich zu sein scheint» (1). Erpenbeck und Sauter möchten mehr Kompetenzen vermitteln, ein Anliegen, das in Anbetracht erhöhter Komplexität überaus berechtigt ist. U.a. nennen sie auch die Kompetenz systemischen Denkens und Handelns, was ich durchaus begrüsse. Das Buch ist ein Muss für alle diejenigen, die sich an der Bildungsdiskussion beteiligen, auch wenn es zuweilen etwas nötigend geschrieben ist. Ich denke, mit mehr Sachlichkeit hätten die beiden Autoren ihr Anliegen produktiver vertreten […]

Mit medialer Zusammenarbeit in das 21. Jahrhundert

Im zehnten und letzten Kapitel von Werner Hartmanns und Alois Hundertpfunds Buch über Digital Kompetenz geht es um Virtuelle Zusammenarbeit und die Fähigkeit, ortsunabhängig in einem Team zusammenzuarbeiten (1). „Virtuell“ oder „medial“? Statt «virtuell» möchte ich die Zusammenarbeit lieber «medial» nennen, denn das, was Hartmann und Hundertpfund meinen, ist keineswegs virtuell, sondern sehr real. Aber ohne Zweifel handelt es sich um eine wichtige Kompetenz von Menschen, die in komplexen Systemen handeln und agieren. Alles was Hartmann und Hundertpfund ausführen, wird zumindest innerhalb der «Educational Communities» des Webs längst gefordert und es gibt unzählige Um- und Durchsetzungsideen. Lobenswert sind die Vorschläge […]

Informelles Lernen ist heute nicht mehr ausreichend

Im neunten Kapitel Ihres Buches über Digitale Kompetenz gehen Werner Hartmann und Alois Hundertpfund  auf den Unterschied zwischen informellem, formellem und selbstbestimmtem Lernen ein. Sie stellen fest, dass «jede Situation, in der wir uns befinden, … letztendlich eine Lernsituation sein [kann]», weil das Leben an sich eine Lernsituation sei. Als wäre diese Feststellung nicht genug, behaupten sie, dass sich die Forderung nach lebenslangem Lernen selbst entkräfte, weil es im Leben kaum Momente gebe, in denen nicht gelernt werde. Eine lernende Maschine aus Streichholzschachteln Natürlich ist das grundsätzlich richtig, und solch informelles Lernen ist wohl die Urform jeglichen Lernens. Es ist […]

Kreativität ist schweisstreibend

Im achten Kapitel Ihres Buches «Digitale Kompetenz» brechen Werner Hartmann und Alois Hundertpfund eine Lanze für die Kreativität, ohne eigentlich zu sagen, was genau sie darunter verstehen. Was ist denn Kreativität? Kreativität ist in der Definition nach Csikszentmihalyi und Wolfe (2000) eine Idee oder ein Produkt, das originell ist, wertgeschätzt und implementiert wurde (1). Danach wäre Kreativität stets kontexabhängig. Während in (2) Kreativität im Erwachsenenalter gewöhnlich erst durch langjährigen Erwerb von Expertise möglich wird, sehen sie einige als Bestandteil der Intelligenz (3). Für mich und gerade in der Mathematik ist Kreativität die Fähigkeit, eine Problemstellung in einen neuen Kontext zu […]

Das Komplexitätspotential des Internets

Das 7. Kapitel des Buches von Werner Hartmann und Alois Hundertpfund über Digitale Kompetenz ist den digitalen Rollenbildern gewidmet(1). Insbesondere geht es um die Art und Weise, wie «man» – allen voran Teenager – sich im Netz präsentiert. Das Thema diskutierten wir ausführlich im IchMOOC, den nachträglich durchzublättern ich in diesem Zusammenhang sehr empfehlen kann. Die Komplexität des globalen Handels Hingegen machen solche individuellen Anwendungen des Internets nur den kleinsten Teil aus (2). Vielen Leuten ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie omnipräsent das Internet in ihrem Leben ist, auch wenn sie meinen, nichts damit zu tun zu haben. Wer eine […]

Werden wir in Zukunft mehr Zeit zum Lernen haben?

In Kapitel 6 der «Digitalen Kompetenz» befassen sich Werner Hartmann und Alois Hundertpfund mit digitalen Tools und weisen auf das Dilemma hin, entweder sich im Tool-Dschungel oder den Anschluss an das digitale Zeitalter zu verlieren (1). Das didaktische Hauptproblem Die Lösung der didaktischen Hauptproblematik liegt jedoch nicht in der Computerisierung begründet und hat nichts mit digitaler Kompetenz zu tun. Lernen heisst Fragen stellen und sie mit anderen diskutieren Ideen ausprobieren, verwerfen, weiterentwickeln und sie mit anderen teilen Mit ausdauernder Hartnäckigkeit forschen und experimentieren Dem Scheitern zum Trotz kreativ neue Wege ersinnen Vorhandenes Wissen zu neuem verknüpfen Lernen ist also Engagement! Lernen […]

Mit Modellen Komplexität verstehen

Im fünften Kapitel ihres Buches über digitale Kompetenz brechen die Autoren eine Lanze für Modellbildung (1). Es stimmt, dass komplexe Systeme nicht mehr berechenbar sind und daher numerische Methoden immer wichtiger werden. Komplexe Systeme können nur noch «ausprobiert», sprich «simuliert», werden. Dazu wird zunächst ein Modell des Systems benötigt. Ein Modell ist eine vornehmlich quantitative Beschreibung des Systems. Warum immer darauf hingewiesen wird, dass Modelle Vereinfachungen seien, ist mir nicht klar. Hartmann und Hundertpfund sprechen von «Weglassen von Details», wodurch die übergeordneten Strukturen sichtbar werden sollen. Mentale und explizite Modelle Wir sollten nicht vergessen, dass wir die Welt ausschliesslich durch […]

Digitalisierung ist eine wichtige Voraussetzung der Globalisierung

Das vierte Kapitel von Werner Hartmanns und Alois Hundertpfunds Buch über digitale Kompetenz handelt von Globalisierung und interkultureller Kompetenz (1). Globalisierung sehe ich als eines der komplexitätsschöpfenden Muster in unserer Gesellschaft. Globalisierung = VT + IT Globalisierung ist nicht in erster Linie eine Folge der Digitalisierung, sondern der Transport – und Verkehrstechnologie (VT), wie sie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstand. Nur mit effektiven Transportmitteln für Menschen und Waren ist es überhaupt möglich, weiträumige und weltumspannende Geschäfte zu machen, wodurch im Alltag Menschen der verschiedensten Kulturen vermehrt zusammenarbeiten müssen. Um die nötigen Massen (an Menschen und Waren) verschieben […]

Hilft kritisches Denken?

In Kapitel 3 ihres Buches „Digitale Kompetenz“ schreiben Werner Hartmann und Alois Hundertpfund Auf der anderen Seite nimmt die Komplexität in unserem Umfeld aufgrund der Vernetzung und der Globalisierung zu Das ist sehr richtig. Es ist aber unklar, was die Autoren hier unter Komplexität denn überhaupt verstehen. Es scheint, dass sie dabei an komplizierte technische Konstrukte denken, wenn sie z.B. behaupten, dass moderne Flugzeuge „äusserst komplexe Systeme“ seien. Komplexität weist den Individuen eine Meinung zu Meine Sicht von Komplexität ist die, dass sich eine wohldefinierte Population von Individuen unter dem Druck von Ressourcenströmen durch Selbstorganisation dynamisch strukturiert. Erst durch diese dynamische Struktur […]