Was wollen die Bilder?

Wir haben nur fünf Sinne, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen können: der visuelle, der auditive, der taktile, der gustatorische und der olfaktorische Sinn. Während die beiden letzteren wenig ausgeprägt sind, geschieht die visuelle Wahrnehmung wohl über den am höchsten entwickelten Sinn. Sätze, wie „das glaube ich erst, wenn ich es mit eigenen Augen sehe“, zeigen, wie sehr wir uns auf unsere visuelle Wahrnehmung verlassen. Aber wie die anderen vier Sinne, ist leider auch der visuelle Sinn wenig zuverlässig.  Berechnete Sicht Wenn Sie in Ihrem PKW sitzen und durch die Windschutzscheibe das Verkehrsgeschehen vor Ihnen beobachten, meinen Sie, zu sehen, […]

Versorgungsengpässe im Paradies

Im Augsut (2017) sagte einmal ein Einwohner Alaskas stöhnend zu uns: „Bald kommen die heissen Tage!“. Das bedeutete, dass es in den nächsten drei oder vier Tage mittags etwas über 20, aber kaum 25 Grad warm wird. Hier im Süden des Paradieses, das den Namen „Sri Lanka“ trägt, sind die Monate März und April die heissesten. Herbst im Paradies Im Moment ist tatsächlich vor allem Herumhängen angesagt. Zwar mag es im Sommer in Europa auch Temperaturen von über 30 Grad haben, wie hier im Moment, aber zusammen mit der Feuchtigkeit fühlt es sich jetzt wärmer an, als an einem heissen […]

Train Bleu in Sri Lanka

Letzte Woche fuhren wir wieder einmal mit dem Train Bleu von Ella nach Nuwara Eliya. Der Zug ist eine Touristenattraktion, weil er erstens mit nur 10 bis 30 Stundenkilometern fährt und zweitens malerische Tee- und Gemüseplantagen kreuzt.  Der Demodara Railway Loop Ella ist eine Backpacker-Metropole. Es gibt im Wesentlichen eine Strasse, die rechts und links von zahlreichen Lokalen gesäumt ist, von Restaurants mit Sri Lankischen Curries über Cafés bis hin zu Chill-out-Bars. Ich habe nicht einmal ein Foto von dort gemacht. Unser Driver brachte uns zu der Station Demodara, ein Vorort von Ella. Dort gibt es den sogenanntenn Demodara Railway […]

Wasserversorgung

Dass es in einem Land flächendeckende und kontinuierliche Strom- und Wasserversorgung gibt, ist überhaupt nicht selbstverständlich. Von funktionierenden gesellschaftlichen Unterstützungsleistungen ganz zu schweigen. Über Powercuts bei uns in Sri Lanka z.B., habe ich schon verschiedentlich geschrieben. Hausbau Für die Wasserversorgung müssen die Bürger selbst etwas tun. Das geschieht in Form von Wassertanks, die meist auf einem eigens dafür gebautem Turm neben dem Haus stehen und als Speicher dienen, für den Fall, dass die kommunale Wasserversorgung unterbrochen ist. Der öffentliche Wasseranschluss der Nachbarin führt nur etwa jeden zweiten Tag ein paar Stunden lang Wasser. Wir warten seit mindestens zwei Jahren auf […]

Ein Tag wie jeder andere

Am 24. Dezember erwache ich um 6 Uhr früh durch das Posaunen und Trompeten des Pfaus. Sofort spüre ich, wie sich die tropische Hitze ausbreitet. Noch halb schlummernd nehme ich mir vor, es heute ruhig anzugehen und vielleicht sogar den ganzen Tag herumzulungern. Da werde ich durch zwei peitschende Knalle (so sei der Plural von „Knall“) jäh aus dem Halbschlaf gerissen. Mit weit aufgerissenen Augen stehe ich im Bett und frage mich, was geschehen sein mag. Da erinnere ich mich, dass die (männlichen) Nachbarn gerne das Kind in ihnen befriedigen, indem sie Knallpetarden zünden, wenn immer eine Affenbande im Anzug […]

Wenn Computer entscheiden

Seit 2016 bereiste ich den fernen Osten und die USA. Dabei lernte ich, zu fotografieren. Doch was tun mit den vielen Fotos? Ich habe verstanden, dass es im wesentlichen zwei Arten von Fotos gab: zum einen sind das Erinnerungs- und Ferienfotos, also eher persönlicher Kram. Zum anderen sind es Landschaftsaufnahmen oder Aufnahmen von Stadtszenen, ohne jeglichen Bezug zu uns. Instagram Die erste Sorte von Fotos schauen wir uns gerne ab und zu wieder an. Es ist eine angenehme Funktion sozialer Medien, einem solche Fotos zum Jahrestag wieder vorzulegen, was jeweils ein Schmunzeln hervorruft. Was aber mache ich mit der zweiten […]

Bern – so klein und doch oho!

Für ein paar Tage bin ich wieder einmal in meiner Geburtsstadt Bern, wo ich auch meine Kindheit verbracht habe. Für meine Freunde, die nicht in der Schweiz leben, fasse ich hier ein paar „Ortsgeheimnisse“ zusammen. Bern ist nicht die Hauptstadt der Schweiz, sondern nur Regierungssitz. Bern ist auch der Sitz des Weltpostvereins, dem alle Länder angehören, denke ich. Auf meinen Reisen rund um die Welt habe ich aber ab und zu den Verdacht, dass nicht alle Mitgliedsländer hinter den gemeinsamen Beschlüssen stehen, denn in einigen Ländern funktioniert die Post nicht so, wie es sich der Weltpostverein in Bern das wohl […]

Was doch so eine Blockchain alles kann!

Seit Wochen kostet ein Bitcoin um 50’000 Franken. Etwa 2016 bezahlte ich noch 600 Franken dafür! Zwar konnte oder wollte ich keine 600 Franken hinblättern. Das ist ja recht viel Geld. Ich kaufte damals einen halben Bitcoin. Als der Bitcoin-Kurs Ende 2017 um 15’000 Franken stand, verkaufte ich etwa einen Drittel Bitcoin. Danach stieg er kurz auf knapp 20’000, um danach wieder auf 3000 zu kollabieren. Ich war mit dem Zeitpunkt, in welchem ich verkaufte, zufrieden. Aber es kam mir nicht in den Sinn, von den über 4000 Franken Erlös, den ich machte, wieder zumindest einen halben Bitcoin nachzukaufen. Das […]

Was haben Rentner, Fussballspieler und Informatiker gemeinsam?

Auch heute beschäftige ich mich gerne mit Mathematik, insbesondere mit der mathematischen Disziplin Kategorientheorie, die anfangs der 1940er Jahre zuerst als Werkzeug der algebraischen Topologie entwickelt wurde.  Die Wissenschaft von Verformungen Die algebraischen Topologie ist die Wissenschaft der Deformationen. Z.B. wird studiert, wie eine Tasse (mit Henkel) in einen Donought oder Schwimmring verformt werden kann. Anne Kahnt hat auf ihrer Website vismath – Mathematik neu erleben eine schöne Animation dieser Verformung gemacht. So ein Schwimmring nennt man gescheit auch Torus. Um die Aequivalenz einer Tasse und einem Torus zu zeigen, ordnet man der Tasse eine algebraische Struktur zu und hofft, […]

Leben Sie noch in diesem Universum oder bereits im Fediversum?

Die Early Adaptors von Facebook, Twitter und Instagram beginnen, Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Es wird in Europa gerade Mode, die Accounts bei den grossen Social Media Kanälen zu schliessen, während sie in Asien noch kräftig zulegen. Die Dynamik fragmentiert die Benutzer. Mittlerweile genügt es nicht, wenn ich meine Erlebnisse zeitnah auf Facebook publiziere. Nein, ich muss sie mittlerweile auch als Whatsapp- und Treema-Status, Mails, SMS oder gar e-Postkarten verschicken, um mit allen in Kontakt zu bleiben.  Zwar wird das Bekenntnis immer lauter, dass man Freunde lieber wieder von Angesicht zu Angesicht sehen will, aber wie soll das gehen, wenn man hunderte […]